Standardisierter Austausch elektronischer Produktkataloge, und wie mediaSolution3 BMEcat in der Praxis unterstützt.
Was ist BMEcat?
BMEcat ist ein standardisiertes, XML-basiertes Austauschformat für elektronische Produktkataloge. Es wurde für den strukturierten Datenaustausch zwischen Herstellern, Lieferanten, Händlern und Beschaffungssystemen entwickelt. Statt Produktinformationen für jeden Empfänger neu aufzubereiten, können definierte Katalogdaten in einer einheitlichen Struktur übertragen und automatisiert weiterverarbeitet werden.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Klassifikationssystemen: BMEcat beschreibt vor allem, wie Katalog- und Produktdaten transportiert werden. ETIM und ECLASS beschreiben dagegen, wie Produkte klassifiziert und über Klassen, Merkmale, Werte und Einheiten strukturiert werden. Beides kann zusammenwirken: Ein BMEcat-Katalog kann klassifizierte Produktinformationen enthalten und so technische Merkmale in einer standardisierten Form an den Empfänger übergeben.
BMEcat-Versionen und Datenaustausch in mediaSolution3
mediaSolution3 unterstützt BMEcat 1.2 und BMEcat 2005 für Import und Export. Als BMEcat-Transaktion wird T_NEW_CATALOG unterstützt. Damit können vollständige elektronische Kataloge strukturiert an Empfänger übergeben werden. Zusätzlich unterstützt mediaSolution3 die ETIM BMEcat Guideline Version 5, die von ETIM International als internationaler Leitfaden für den standardisierten Austausch klassifizierter Produktdaten veröffentlicht wurde.
Für die Ausgabe stehen in mS3 PIM konfigurierbare Exportstrukturen zur Verfügung. Neben BMEcat können strukturierte Daten unter anderem als XML, CSV und Excel ausgegeben werden. Webschnittstellen stehen über API bereit; JSON und SOAP werden ebenfalls unterstützt. Auch UDX-Erweiterungen können im Export berücksichtigt werden, wenn empfänger- oder projektspezifische Zusatzinformationen übertragen werden sollen.
Der Export ist nicht auf einen statischen Gesamtkatalog beschränkt. In mediaSolution3 lassen sich Auswahlkriterien, Filter und Sortierungen für Ausgaben konfigurieren. Dadurch können unterschiedliche Empfänger mit jeweils passenden Datenpaketen versorgt werden. Kundenspezifische elektronische Kataloge sind vorgesehen. Generator-Jobs können manuell oder zeitgesteuert ausgeführt werden; damit lassen sich wiederkehrende Datenbereitstellungen automatisieren.
Der Exportumfang kann Preise, Langtexte, Mediendateien, Merkmale und weitere Produktinformationen umfassen. Auch kundenspezifische Zusatzfelder über UDX-Erweiterungen sind möglich. Die konkrete Zusammenstellung richtet sich nach der vereinbarten Exportstruktur des Empfängers. Erzeugte BMEcat-Dateien können technisch gegen die im jeweiligen BMEcat-Standard integrierte DTD geprüft werden.
Bei bestehenden Kunden bewegen sich BMEcat-Kataloge heute typischerweise zwischen rund 30.000 und 500.000 Artikeln. Auch große Kataloge dieser Größenordnung werden produktiv verarbeitet; die Exportdauer liegt in den vorhandenen Projekten bei maximal rund 30 Minuten. Die technisch mögliche Artikelanzahl ist in mediaSolution3 nicht auf eine feste Obergrenze beschränkt.
Was mediaSolution3 für den BMEcat-Datenaustausch unterstützt
| Bereich | Unterstützung in mediaSolution3 |
|---|---|
| BMEcat-Versionen | BMEcat 1.2 und BMEcat 2005 für Import und Export. |
| Transaktionstyp | T_NEW_CATALOG für die Bereitstellung vollständiger elektronischer Kataloge. |
| ETIM BMEcat Guideline | Version 5 der von ETIM International veröffentlichten Guideline. |
| Klassifikationen | Einbindung von ETIM und ECLASS in BMEcat- und Katalogausgaben; auch eigene Klassifikationen können in mediaSolution3 aufgebaut werden. |
| Weitere Datenformate | XML, CSV und Excel; Webschnittstellen über API, zusätzlich JSON und SOAP. |
| Exportumfang | Preise, Langtexte, Mediendateien, Merkmale und weitere Produktinformationen; projektspezifische UDX-Erweiterungen sind möglich. |
| Kundenspezifische Kataloge | Ausgabestrukturen, Auswahlkriterien, Filter und Sortierungen können je Empfänger konfiguriert werden. |
| Automatisierung | Generator-Jobs können zeitgesteuert oder manuell ausgeführt werden; wiederkehrende Datenbereitstellungen sind automatisierbar. |
| Validierung | Technische Prüfung gegen die im BMEcat-Standard integrierte DTD. |
| Größenordnung | Aktuelle Kundenkataloge umfassen etwa 30.000 bis 500.000 Artikel; Exportdauer in diesen Projekten maximal rund 30 Minuten. |
| Medien | Datenpakete können neben dem elektronischen Katalog auch referenziertes Bildmaterial in definierten Auflösungen, Qualitäten und Namenskonventionen enthalten. |
Zusammenspiel mit ETIM und ECLASS
BMEcat und Klassifikationen lösen unterschiedliche Aufgaben. ETIM und ECLASS strukturieren technische Produktinformationen über Klassen, Merkmale, Werte und Einheiten. BMEcat transportiert diese Informationen zusammen mit weiteren Katalogdaten an Handelspartner, Plattformen oder andere Zielsysteme. Für Unternehmen im technischen Handel ist genau diese Kombination relevant: Produktinformationen werden im PIM zentral gepflegt, klassifiziert und anschließend in einer für den Empfänger verarbeitbaren Struktur bereitgestellt.
In mediaSolution3 wird für eine Klassifikation eine versionsbezogene Klassifikationsdatenbank vorbereitet, die Klassen, Attributzuordnungen, Kodierungen, Wertelisten und benötigte Sprachen enthält. Die klassifizierten Daten können anschließend in Ausgaben und elektronischen Katalogen verwendet werden. Mehr dazu auf der Glossarseite ETIM und ECLASS.
Praxisbeispiel: elektronische BMEcat-Kataloge für Riegler
Ein konkret dokumentiertes Praxisbeispiel ist Riegler, Anbieter im Bereich Druckluft und Pneumatik. Das Unternehmen pflegt seine Katalogdaten in mediaSolution3 in Deutsch und Englisch und produziert mit der Goodson-Lösung elektronische BMEcat-Kataloge für seine Kunden. Dokumentiert sind rund 60 BMEcat-Kataloge pro Jahr, die jeweils zwei- bis dreimal aktualisiert werden. Gleichzeitig nutzt Riegler die zentrale Produktdatenbasis für weitere Ausgabekanäle. Das Beispiel zeigt den praktischen Nutzen eines PIM-Systems: Daten werden nicht für jeden Kanal neu erfasst, sondern zentral gepflegt und für unterschiedliche Empfänger und Formate ausgeleitet.
Häufige Fragen zu BMEcat und mediaSolution3
Welche BMEcat-Versionen unterstützt mediaSolution3?
mediaSolution3 unterstützt BMEcat 1.2 und BMEcat 2005 für Import und Export.
Welcher BMEcat-Transaktionstyp wird unterstützt?
Unterstützt wird T_NEW_CATALOG für die Bereitstellung vollständiger elektronischer Kataloge.
Kann BMEcat mit ETIM oder ECLASS kombiniert werden?
Ja. mediaSolution3 unterstützt die ETIM BMEcat Guideline Version 5 und kann klassifizierte Produktdaten in BMEcat- und andere Katalogausgaben einbinden.
Wie groß können BMEcat-Kataloge sein?
Die Artikelanzahl ist technisch nicht auf eine feste Obergrenze beschränkt. In aktuellen Kundenprojekten reichen Kataloge von etwa 30.000 bis 500.000 Artikeln und werden in maximal rund 30 Minuten exportiert.